Einrichtung und Ziel der preußischen Volksschule um 1900

Im Jahre 1900 wurden für die preußischen Volksschulen die Unterrichtsziele sowie die Lehrmittel, die zwingend vorzuhalten waren. Was das Inventar angeht, so könnten wir diesen Vorgaben durchaus gerecht werden (sehen Sie sich dazu die Bilderstrecke rechts an).
Der Ministerialerlass ist gleich unten zitiert.

Der Königlich Preußische Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten bestimmt 1900:

„2. Die einklassige Volksschule.
In der einklassigen Volksschule werden Kinder jedes schulpflichtigen Alters in ein und demselben Lokale durch einen gemeinsamen Lehrer gleichzeitig unterrichtet. Die Zahl derselben soll nicht über 80 steigen. …“

„Ministerial-Erlaß vom 5. Mai 1873. Bei 80-120 Schülern ist eine Lehrerstelle, bei 120-200 sind zwei, bei 200-300 drei Lehrerstellen zur Zeit noch ausreichend.“

„Ministerial-Erlaß vom 31. Januar 1880. Das Schulzimmer für achtzig Kinder soll in minimo 48 qm, in maximo 60 qm betragen.“

 

9. Die unentbehrlichen Lehrmittel.

Für den vollen Unterrichtsbetrieb sind erforderlich:
1. je ein Exemplar von jedem in der Schule eingeführten Lehr– und Lernbuche,
2. ein Globus
3. eine Wandkarte von der Heimatprovinz,
4. eine Wandkarte von Deutschland,
5. eine Wandkarte von Palästina,
6. einige Abbildungen für den weltkundlichen Unterricht,
7. Alphabete weithin erkennbar …
8. eine Geige,
9. Lineal und Zirkel,
10. eine Rechenmaschine;
in evangelischen Schulen kommen noch hinzu:
11. eine Bibel und
12. ein Exemplar des in der Gemeinde eingeführten Gesangbuches. …“

Der Chronik einer Osnabrücker Vorortschule ist zu entnehmen, dass die Vorschrift zu Nr. 9  im Jahre 1894 genau eingehalten wurde.
Zusätzlich sind diverse weitere Gegenstände wie Bildnisse Sr. Majestät Kaiser Wilhelm I. und Sr. Majestät Kaiser Wilhelm II., Thermometer, Trinkbecher und drei Spucknäpfe inventarisiert.