Die Schülermütze war von den 1870er Jahren bis in die 1930er Jahre eine Kopfbedeckung fürSchüler und teilweise auch für Schülerinnen weiterführender Schulen wie Gymnasien, Oberrealschulen und Realschulen sowie von Mädchenpensionaten. Die Mützen sollten

Schüler nach Klassenstufen und Schulen differenzieren, wobei es starke regionale und lokaleUnterschiede gab.

Die Mützenfarbe war in der Regel von der Klassenstufe abhängig. Mit jeder Versetzung bekam der Schüler eine andere Mützenfarbe. Es gab allerdings auch die Regelung, dass die Mütze einer Oberklasse (Obersekunda, Oberprima) sich nur durch eine silberne Litze von der Mütze der entsprechenden Unterklasse (Untersekunda, Unterprima) unterschied.

Die Schulen wurden durch den um dem Kopf laufenden Farbstreifen unterschieden. Sokonnte ein Gymnasium seine Schüler z.B. durch einen Streifen in den Burschenschaftsfarben Schwarz-Rot-Gold kenntlich machen.

Die Frage, ob auch Mädchen Schülermützen tragen sollten, war äußerst umstritten. lm Jahr 1912 stellten die Schülerinnen der Höheren Töchterschule Bayreuth den Antrag, ebenfalls Schülermützen tragen zu dürfen.

Erst als der Kaiser und seine Gemahlin bei einem Besuch eines Mädchengymnasiums die dortigen Mützen lobten, verstummte die Kritik.

Die Schülermützen wurden zu Beginn eines neuen Schuljahres beim ortsansässigen Hutmacher gekauft.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurden die Schülermützen als ,,Ausgeburt des Klassendünkels" gebrandmarkt und bald abgeschafft.

 

 

Schülermützen  (Foto: H. Bruns/OSM)

 

 

Die Mütze im Bild gehörte Hermann Gosling, der 1914 sein Abitur an dem “Königlichen Reformrealgymnasium mit Realschule”, Lotter Str. 6, Osnabrück (heute Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium) und seine Tochter, Frau W. Schlichte, hat sie der Schule geschenkt. Sie ist nun im Bestand des Osnabrücker Schulmuseums.

Die Mütze weist den Besitzer als Oberprimaner aus, also als Angehörigen des Abiturjahrgangs. Wenn Schüler unangenehm auffielen, also z.B. abends in der Stadt oder in der Kneipe gesehen wurden, so konnte das zu Problemen mit dem Herrn Direktor führen (vgl. die Schulordnung von 1867).