Ein Lehrer an der Volksschule Brackwede hat 1946 eine „Eigenfibel“ erstellt – eine Fibel also, die er buchstäblich von eigener Hand in ein Schulheft geschrieben hat. Hut ab vor diesem pädagogischen Einsatz!
Wir zeigen einige Seiten aus diesem bemerkenswerten Werk. Es ist aus der Not geboren, denn nach dem Ende der nationalsozialistischen Diktatur und der Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 übernahmen die Alliierten die Regierungsgewalt, im Nordwesten britisches Militär. Nationalsozialistisches Unterrichtsmaterial durfte nicht mehr verwendet werden. Und da sich auch in den Fibeln für den Lese- und Schreibunterricht für die ganz Kleinen schon rassistische, kriegsverherrlichende und menschenverachtende Texte fanden, durften diese nicht mehr verwendet werden.

Hier einige Beispielseiten aus der Eigenfibel:

Als Umschlag wurde Packpapier, das sonst für Pakete genommen wurde, benutzt.
Der vom Lehrer vorgegebene Text ist mit Rotstift geschrieben. Die Schülerinnen und Schüler schrieben mit Bleistift. Tinte war knappes Gut.

 

 Schreibübungen

Seitenzahlen in Rot

 

 

 Auch für den Musikunterricht findet sich etwas.

 

Scans: OSM

Der Lüstringer Lehrer Hagebusch hat im Jahre 1905 die Wandkarte des Landkreises Osnabrück gezeichnet hat, die jetzt im historischen Klassenzimmer hängt.
Haste, Nahne, Voxtrup, Lüstringen, Gaste, Schinkel, Gretesch ... alle diese sind eigenständige Gemeinden.
Zwischen diesen Dörfern und dem Stadtgebiet ist kein bebautes Gebiet, sondern Acker oder Wald.
Kommen Sie gern und sehen sich die Karte im Original an.

...  dass Kinder früher häufig den Weg zur Schule barfuß oder in Holzschuhen zurücklegen mussten?

Ein Paar Holzschuhe für den Schulweg - so schöne Verzierungen konnten sich längst nicht alle leisten.

 

Foto: OSM

Früher hatten Schulkinder oftmals keine Schultaschen oder Ranzen oder Rucksäcke, sondern hölzerne Kästen, eckig und mit Schiebedeckel und Verschluss. Orthopädische Gesichtspunkte spielten keine Rolle, denn Holz war einfach verfügbar, und Leder war in der Herstellung aufwendig und sehr teuer.
Manche Ksten hatten einen hölzernen Tragegriff, andere einen aus Leder - wie bei unserem Ausstellungsstück, nur dass der Lederriemen leider gerissen und verloren ist.

Das Original befindet sich im Osnabrücker Schulmuseum - schauen Sie's sich an.

 

 

Hier hat jemand "was auf dem Kasten".

Fotos: OSM

Kaum zum Reichskanzler ernannt, spricht Hitler schon am 3. Februar 1933 vor den Spitzen des deutschen Militärs und legt seine Pläne unvorhohlen dar: Krieg zur Gewinnung von "Lebensraum im Osten", wie in "Mein Kampf" geschrieben. Folgerichtig wird 1933 ein gewaltiges Aufrüstungsprogramm aufgelegt.
1935 wird unter offenem Bruch des Vertrags von Versailles die Allgemeine Wehrpflicht  wieder eingeführt, und sehr schnell entsteht eine große Luftwaffe (obwohl auch dies durch den Versailler Vertrag untersagt war).
Um nun das erforderliche Personal heranzuziehen, wird im Physikunterricht besonders die "Flugphysik" gefördert.

In den Beständen des Osnabrücker Schulmuseums finden sich ein Modell eines Windkanals und zahlreiche Bücher aus den Jahren 1935 - 1941, die zeigen, wie im Sinne dieser Vorgaben unterrichtet wurde:

 Im Windkanal können die aerodynamischen Eigenschaften verschiedener Gegenstände in Versuchen sichtbar gemacht werden. (Vor dem Modell liegen einige verschieden geformte Gegenstnde.)

Im Vordergrund einige der Lehrbücher und Unterrichtsmaterialien.

 

Fotos: OSM

Was ist eine Laterna Magica? Als diese Frage während einer Führung einer Klasse 3 der Grundschule Hollagegestellt wurde, brachte eine Schülerin die Sache sofort auf den Punkt:

"Ein historischer Beamer!"

 

Die Laterna Magica ("Magische Lampe" / "Zauberlampe") ist eine Vorrichtung mit einer Lichtquelle innen und einer Öffnung, durch die das Licht nach außen fallen kann. Mittels eines Systems von Linsen und einer Art Schlitten, wie früher bei Diaprojektoren üblich, können auf durchsichtigem Material aufgebrachte Bilder, Texte und mehr an eine Leinwand (oder hilfsweise eine andere glatte, weiße Fläche) projiziert werden.

 

Fotos: Osnabrücker Schulmuseum

 

Ein Blick auf unsere "historischen Medien" lohnt sich immer - bitte, damals waren sie Stand der Technik: Schreibmaschinen, auch solche mit Blindenschrift, Filmprojektoren, Computer (ja, auch der gute alte C64™ und der Rechner von Apple IIe™ aus den 80er Jahren),

Ein Blick auf unsere "historischen Medien" lohnt sich immer - bitte, damals waren sie Stand der Technik: Schreibmaschinen, auch solche mit Blindenschrift, Filmprojektoren, Computer (ja, auch der gute alte C64™ und der Rechner von Apple IIe™ aus den 80er Jahren),

Wir zeigen hier eine kleine Auswahl aus unserer Sammlung von Schulranzen verschiedener Zeiten.
Gerne zeigen wir mehr - besuchen Sie uns doch.

Fotos: OSM/Bruns