Ursprünglich hießen die Realschulen „Mittelschulen“.
"Mittelschule" ist, wie auch "Realschule", eine allgemeine Bezeichnung für Schulen des sekundären Bildungsbereichs.
Die Wurzeln der realen Bildung finden wir bereits im Mittelalter.

Weitere Ansätze der realen Bildung sind dann u.a. bei den Humanisten Erasmus von Rotterdam (nach 1465 – 1536) und Thomas Morus (1478 – 1535) erkennbar.

Wolfgang Ratke (1571-1635) forderte die Einführung der Muttersprache statt der lateinischen Sprache für den Unterricht.

Im 18. Jahrhundert erstarkte mit dem Bürgertum der Ruf nach realbildenden Schulen. Als Gründer der praxisorientierten Realschule gilt der Theologe Johann Hecker (1707-1768).

Bereits im Jahre 1832 wurden Abschlüsse der Realschule in Preußen als Berechtigung zu mittleren Laufbahnen anerkannt. Vor allem aber berechtigte der Abschluss zum einjährigen freiwilligen Militärdienst statt eines dreijährigen Pflichtdienstes. Daher hieß die mittlere Reife lange auch „das Einjährige“. Bis 1920 gab es eine Einjährigenprüfung, später wurde die mittlere Reife, „das Einjährige“, durch das Abschlusszeugnis bescheinigt.

Damit schob sich diese Schulform zwischen Volksschule und Gymnasium. Die wenigen Einrichtungen konnten den Bildungsbedarf des Bürgertums aber nicht befriedigen, sodass im 19. Jahrhundert zahlreiche neue „Bürgerschulen“ entstanden. Darüber hinaus wurden „höhere Bürgerschulen“ gegründet, an denen auch das Fach Latein unterrichtet wurde. Aus ihnen entwickelten sich die Realschulen 1. Ordnung, aus der 1882 die Realgymnasien erwuchsen, in Osnabrück das spätere Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium. Die Bürgerschule wurde zur lateinlosen Realschule 2. Ordnung. In Osnabrück entstand die erste Bürgerschule für Jungen im Jahre 1833 am Ledenhof.  Sie war eine der ersten Schulen ihrer Art im damaligen Königreich Hannover. Bürgerschulen hießen im Übrigen häufig auch Stadtschulen. 1902 zog die Schule in die Hakenstraße um und behielt bis 1927 ihren Namen, bevor sie durch den Stadtrat nach dem berühmten Sohn der Stadt Justus Möser in Möser-Mittelschule umbenannt wurde.

Je nach Bundesland wurden die Mittelschulen früher oder später in Realschulen umbenannt. In Niedersachsen geschah das im August 1965. Aus der Möser-Mittelschule wurde die Möser-Realschule.

In Osnabrück werden vom Schuljahr 2021/22 an keine Schülerinnen und Schüler mehr an Realschulen eingeschult, d.h. die Zeit der Realschulen wird in der Stadt Osnabrück im Jahre 2027 zu Ende gehen. Schülerinnen und Schüler, die die mittlere Reife anstreben, besuchen stattdessen eine Oberschule, eine Kombination von Haupt- und Realschule.