Lehrer hatten Schultaschen mit kurzem Griff, während Lehrerinnen, die bis 1951 unverheiratet zu sein hatten, Schultaschen mit einem Schulterriemen vorbehalten waren.

Schultasche mit Schulterriemen für "Fräulein" Lehrerin (oben und unten)

 

 Schultasche eines Lehrers

 

Fotos: OSM

Ein Lehrer an der Volksschule Brackwede hat 1946 eine „Eigenfibel“ erstellt – eine Fibel also, die er buchstäblich von eigener Hand in ein Schulheft geschrieben hat. Hut ab vor diesem pädagogischen Einsatz!
Wir zeigen einige Seiten aus diesem bemerkenswerten Werk. Es ist aus der Not geboren, denn nach dem Ende der nationalsozialistischen Diktatur und der Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 übernahmen die Alliierten die Regierungsgewalt, im Nordwesten britisches Militär. Nationalsozialistisches Unterrichtsmaterial durfte nicht mehr verwendet werden. Und da sich auch in den Fibeln für den Lese- und Schreibunterricht für die ganz Kleinen schon rassistische, kriegsverherrlichende und menschenverachtende Texte fanden, durften diese nicht mehr verwendet werden.

Hier einige Beispielseiten aus der Eigenfibel:

Als Umschlag wurde Packpapier, das sonst für Pakete genommen wurde, benutzt.
Der vom Lehrer vorgegebene Text ist mit Rotstift geschrieben. Die Schülerinnen und Schüler schrieben mit Bleistift. Tinte war knappes Gut.

 

 Schreibübungen

Seitenzahlen in Rot

 

 

 Auch für den Musikunterricht findet sich etwas.

 

Scans: OSM

Der Lüstringer Lehrer Hagebusch hat im Jahre 1905 die Wandkarte des Landkreises Osnabrück gezeichnet, die jetzt im historischen Klassenzimmer hängt.
Haste, Nahne, Voxtrup, Lüstringen, Gaste, Schinkel, Gretesch ... alle diese sind eigenständige Gemeinden.
Zwischen diesen Dörfern und dem Stadtgebiet ist kein bebautes Gebiet, sondern Acker oder Wald.
Kommen Sie gern und sehen sich die Karte im Original an.

...  dass Kinder früher häufig den Weg zur Schule barfuß oder in Holzschuhen zurücklegen mussten?

Ein Paar Holzschuhe für den Schulweg - so schöne Verzierungen konnten sich längst nicht alle leisten.

 

Foto: OSM

Früher hatten Schulkinder oftmals keine Schultaschen oder Ranzen oder Rucksäcke, sondern hölzerne Kästen, eckig und mit Schiebedeckel und Verschluss. Orthopädische Gesichtspunkte spielten keine Rolle, denn Holz war einfach verfügbar, und Leder war in der Herstellung aufwendig und sehr teuer.
Manche Ksten hatten einen hölzernen Tragegriff, andere einen aus Leder - wie bei unserem Ausstellungsstück, nur dass der Lederriemen leider gerissen und verloren ist.

Das Original befindet sich im Osnabrücker Schulmuseum - schauen Sie's sich an.

 

 

Hier hat jemand "was auf dem Kasten".

Fotos: OSM

Kaum zum Reichskanzler ernannt, spricht Hitler schon am 3. Februar 1933 vor den Spitzen des deutschen Militärs und legt seine Pläne unvorhohlen dar: Krieg zur Gewinnung von "Lebensraum im Osten", wie in "Mein Kampf" geschrieben. Folgerichtig wird 1933 ein gewaltiges Aufrüstungsprogramm aufgelegt.
1935 wird unter offenem Bruch des Vertrags von Versailles die Allgemeine Wehrpflicht  wieder eingeführt, und sehr schnell entsteht eine große Luftwaffe (obwohl auch dies durch den Versailler Vertrag untersagt war).
Um nun das erforderliche Personal heranzuziehen, wird im Physikunterricht besonders die "Flugphysik" gefördert.

In den Beständen des Osnabrücker Schulmuseums finden sich ein Modell eines Windkanals und zahlreiche Bücher aus den Jahren 1935 - 1941, die zeigen, wie im Sinne dieser Vorgaben unterrichtet wurde:

 Im Windkanal können die aerodynamischen Eigenschaften verschiedener Gegenstände in Versuchen sichtbar gemacht werden. (Vor dem Modell liegen einige verschieden geformte Gegenstnde.)

Im Vordergrund einige der Lehrbücher und Unterrichtsmaterialien.

 

Fotos: OSM

Was ist eine Laterna Magica? Als diese Frage während einer Führung einer Klasse 3 der Grundschule Hollagegestellt wurde, brachte eine Schülerin die Sache sofort auf den Punkt:

"Ein historischer Beamer!"

 

Die Laterna Magica ("Magische Lampe" / "Zauberlampe") ist eine Vorrichtung mit einer Lichtquelle innen und einer Öffnung, durch die das Licht nach außen fallen kann. Mittels eines Systems von Linsen und einer Art Schlitten, wie früher bei Diaprojektoren üblich, können auf durchsichtigem Material aufgebrachte Bilder, Texte und mehr an eine Leinwand (oder hilfsweise eine andere glatte, weiße Fläche) projiziert werden.

 

Fotos: Osnabrücker Schulmuseum

 

Ein Blick auf unsere "historischen Medien" lohnt sich immer - bitte, damals waren sie Stand der Technik: Schreibmaschinen, auch solche mit Blindenschrift, Filmprojektoren, Computer (ja, auch der gute alte C64™ und der Rechner von Apple IIe™ aus den 80er Jahren),

Ein Blick auf unsere "historischen Medien" lohnt sich immer - bitte, damals waren sie Stand der Technik: Schreibmaschinen, auch solche mit Blindenschrift, Filmprojektoren, Computer (ja, auch der gute alte C64™ und der Rechner von Apple IIe™ aus den 80er Jahren),

Wir zeigen hier eine kleine Auswahl aus unserer Sammlung von Schulranzen verschiedener Zeiten.
Gerne zeigen wir mehr - besuchen Sie uns doch.

Fotos: OSM/Bruns

 

 Schulwandbilder

Zusammen mit den Schulbüchern waren die Schulwandbilder im 19. und 20. Jahrhundert lange die einflussreichsten Medien im Unterricht. Die schulischen Bilder entwickelten sich aus Buchillustrationen und Handbildern und waren zunächst weitgehend kleinformatig. Erst durch die Erfindung und Verbreitung der Lithographie wurde es möglich, größere Bilder für den Unterricht zu erschwinglichen Preisen zu erstellen. Hunderte von Anschauungsbildern wurden produziert und  so erweiterte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts das Lehrmittelangebot. Die Blütezeit des Schulwandbildes lag im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts und endete in den 60er Jahren.

Die im Schulmuseum präsentierten Schulwandbilder datieren vornehmlich aus dem 20. Jahrhundert.

Das breite Spektrum der im Museum vorhandenen Bilder verweist auf die verschiedenen Unterrichtsfächer, in denen die Bilder eingesetzt werden. Besonders interessant und aufschlussreich ist die Tatsache, dass die Mehrzahl der Bilder dem Fach Religion zuzuordnen ist, was die Bedeutung des Faches insbesondere in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zeigt.

Für die Biologie waren es die Tier- und Pflanzendarstellungen. Im ersten Anschauungsunterricht präsentierte man vor allem Jahreszeitenbilder sowie Märchen und Fabeln. Im Erdkundeunterricht wurden landschaftliche Besonderheiten veranschaulicht, und der Deutschunterricht nutzte Bilder vor allem als Sprech- und Schreibanlass.

Durch die Zusammenstellung von Bildern zu einer Thematik aus unterschiedlichen Zeiten lassen sich besonders gut gestalterische Veränderungen nachvollziehen und zugleich Gemeinsamkeiten entdecken.

Ältere Besucher werden sich in ihre eigene Schulzeit zurückversetzt fühlen, die jüngeren werden staunen, wie einprägsam man die verschiedensten Themen ohne Elektronik auf farbenprächtigen Wandbildern nachvollziehen konnte.



 

 

 

Gefiederte Freunde

Gefiederte Freunde
In einer mittelalterlichen Stadt
In einer mittelalterlichen Stadt
Im Wechsel der Jahreszeiten: Frühling
Im Wechsel der Jahreszeiten: Frühling
Die Sieben Schwaben
Die Sieben Schwaben
Szenen aus der Geschichte
Szenen aus der Geschichte
Zimmermann des Waldes: Der Specht
Zimmermann des Waldes: Der Specht

 


Straßengebote (1925)

Noch vor dem Aufkommen des motorisierten Massenverkehrs mussten in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts die Kinder allmählich an Verkehrsregeln gewöhnt werden, jedenfalls in der Stadt (in den meisten Dörfern konnten die Kinder noch weitgehend unbehelligt auf der Straße spielen, weil kaum ein Auto kam).

Bitte beachten Sie den hohen Anteil an Pferdefuhrwerken im Straßenverkehr!

Diese Karte stellt die wichtigsten Verkehrsregeln in der damals üblichen Sütterlin-Schrift in Reimen vor (Transkript unten).

 

   

Wellachs Verkehrs-Lehrtafel No. 1:

Straßengebote

 

  1. Nur     rechts gehen, rechts fahren
    kann Mensch und Tier vor Unfall bewahren.
  2. Nur kurz die Fahrbahn überschreit‘,
    bringt jedem größte Verkehrssicherheit.
  3. Nur    links überholen, rechts ausweichen
    wird allem Verkehr zum Vorteil gereichen.
  4. Nur     wenn Kinder die Straße meiden,
    beim Spiel sie keinen Schaden leiden.
  5. Nur nach rechts in kurzem - links in weitem Bogen fahren
    wird Strafe dir und Unglück stets ersparen.
  6. Nur mit Beleuchtung bei Dunkelheit fahren
    wird manchen Verkehrsunfall ersparen.

 

Pestalozzi Fröbelverlag Leipzig (1925)

 



     

Wandkarten und -bilder

Jetzt mal etwas für die Augen: Als noch nicht aus den schier unendlichen Weiten des Internet fast jedes beliebige Bild auf den Beamer geholt weren konnte, mussten die Schulen und die Lehrkräfte sich mit Wandkarten und -bildern behelfen, auf denen der Unterrichtsstoff veranschaulicht werden konnte. 
Hier sehen Sie eine Sammlung solcher Bilder für den Biologieunterricht, Themen: "Gefiederte Freunde", "Alle Vöglein sind schon da", "Fressen u. Gefressenwerden", "Zimmermann des Waldes: Der Specht".


 
   

Matrizendrucker 

Was für eine Arbeitserleichterung! Wer eine Schreibmaschine besaß, konnte nun die Arbeitsblätter und Klassenarbeitsaufgaben auf eine Matrize tippen und diese dann auf dem Matrizendrucker so lange "abnudeln", bis sie unleserlich wurde. Dann musste neu getippt werden. Aber das ersparte es den Lehrkräften, lange Texte zu diktieren oder Mathematikaufgaben an die Tafel zu schreiben oder die auch zu diktieren.

Jedes einzelne Blatt musste mit Hilfe einer Kurbel an die Walze gedrückt werden, an der die Rückseite der Matrize anlag, die Schrift spiegelverkehrt, denn die Typen der Schreibmaschine wurden auf ein farbiges Blatt gedrückt, das aber die Farbe auf die Rückseite des Matrizenblattes abgab.

Das Ausdrucken ("Abnudeln") übernahm oft der Hausmeister vor der 1. Stunde.

Die ältere Form war die Wachsmatrize, die in Schwarz druckte; Mitte der 60er Jahre kam die Spirit-Carbon-Matrize auf, die violette Schrift ausgab.

Am Rande bemerkt: Weil als Lösungsmittel Spiritus (Ethanol, also Alkohol) verwendet werden musste, fiel auf manche Lehrkraft der Verdacht, sie könne angetrunken sein...

 

 


   

Filmprojektor 

Hier sehen Sie einen Filmprojektor der Marke Siemens (ja, das haben die auch mal gemacht!).

Wer damit arbeiten wollte, benötigte einen Filmvorführschein, der nach einer Fortbildung von der Bildstelle ausgestellt wurde.
Ehe die Vorführung im Unterricht - in den 60er und 70er Jahren noch ein Großereignis! - beginnen konnte, musste zuerst der Bügel oben ausgeklappt werden. Dann wurde der Film, der als perforierter Kunststoffstreifen auf eine Metallspule gewickelt war und in einer "Filmdose" ausgeliefert wurde, eingelegt. Wer dabei nicht aufpasste, lief Gefahr, dass die Zahnräder die Perforation beschädigten. Anschließend musste der Filmstreifen auf der Leerspule befestigt werden.

Wer Glück hatte, konnte jetzt starten - wackelndes und unruhiges Bild hin und schlechter Ton her. "Bandsalat" lag als stete Drohung über dem ganzen Vorhaben, denn dann ging gar nichts mehr, sehr zur Enttäuschung der Klasse.
Denn die Filme, die es meist nur in begrenzter Kopienzahl gab, musste sehr kurzfristig zurückgegeben werden. Und ob der Projektor in der nächsten Stunde verfügbar war?

Gerne vergaßen Lehrkräfte, zurückzuspulen ... Unachtsamkeit gab's also schon vor dem digitalen Zeitalter.

Those were the days.

 

Fotos: H. Bruns / OSM