Ein Lehrer an der Volksschule Brackwede hat 1946 eine „Eigenfibel“ erstellt – eine Fibel also, die er buchstäblich von eigener Hand in ein Schulheft geschrieben hat. Hut ab vor diesem pädagogischen Einsatz!
Wir zeigen einige Seiten aus diesem bemerkenswerten Werk. Es ist aus der Not geboren, denn nach dem Ende der nationalsozialistischen Diktatur und der Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 übernahmen die Alliierten die Regierungsgewalt, im Nordwesten britisches Militär. Nationalsozialistisches Unterrichtsmaterial durfte nicht mehr verwendet werden. Und da sich auch in den Fibeln für den Lese- und Schreibunterricht für die ganz Kleinen schon rassistische, kriegsverherrlichende und menschenverachtende Texte fanden, durften diese nicht mehr verwendet werden.

Hier einige Beispielseiten aus der Eigenfibel:

Als Umschlag wurde Packpapier, das sonst für Pakete genommen wurde, benutzt.
Der vom Lehrer vorgegebene Text ist mit Rotstift geschrieben. Die Schülerinnen und Schüler schrieben mit Bleistift. Tinte war knappes Gut.

 

 Schreibübungen

Seitenzahlen in Rot

 

 

 Auch für den Musikunterricht findet sich etwas.

 

Scans: OSM